Der Irrglaube man benötige ein besonderes Talent Gitarre richtig gut zu spielen oder zu lernen

Viele Jahre der musikalischen Passivität sind ins Land gezogen. Ich war in dem Glauben gefangen ein Instrument gut spielen zu können erfordert jahrzehnte lange eiserne Disziplin und ein ganz besonderes musikalisches Talent. Heute denke ich diesbezüglich vollkommen anders.

Mit 15 erwarb ich meine erste e-Gitarre (endlich ein Instrument mit dem ich auch das spielen konnte was ich tatsächlich gerne höre). Der Enthusiasmus war groß, aber auch die Naivität und der Ansatz Gitarre zu lernen. Das Ergebnis war das Gleiche wie bei vielen anderen. Die anfänglichen großen Fortschritte wurden kleiner und somit auch das Gefühl weitere Schritte gehen zu können. Das ganze schlief irgendwann komplett ein.

10 Jahre später erwachte auf einmal das Interesse an der e-Gitarre neu. Gott sei Dank habe ich in diesen 10 Jahren ein wenig dazu gelernt, und unter anderem ein BWL Studium hinter mich gebracht. Darüber hinaus habe ich viele Seminare und Fortbildungen genossen. Dieses Wissen veranlasste mich das "erneute Erlernen" des Instruments komplett anders anzugehen. Wer bin ich, dass ich denke ich kann mir durch utube und google alles nötige selbst  beibringen? Nein, das funktioniert nicht. Ich will meine Zeit effizient und "zielorientiert" einsetzen. Dies lehrte mich das Studium und die vielen Jahre Berufserfahrung. Nur Ziele die mit Erfolgen gepaart sind versprechen eine dauerhafte Motivation. Das herkömmliche Konzept der Gitarrenschulen in Stuttgart und anderswo mit herkömmlichen Gitarrenunterricht hat mich nicht überzeugt.

Diese aus der Wirtschaft gelernten Erkenntnisse habe ich auf das "Erlernen" des Gitarrespiels unter harten return on investment Gesichtspunkten angewendet. Welchen Nutzen habe ich von welcher Tätigkeit? Jeder Mensch hat individuelle Ziele und diese sollten auch beim Erlernen eines Instruments berücksichtigt werden.

Da ich selbst diesen Ansatz gewählt und einen individuellen Plan bekommen habe, weiß ich heute. Man kann in sehr kurzer Zeit- und ohne großen Zeit und Geldeinsatz viel erreichen, wenn man alle relevanten Faktoren berücksichtigt. Dann erst werden die Möglichkeiten transparent und Überdurchschnittliches kann entstehen.

Jeder große Künstler ist schließlich am gleichen Punkt gestartet. Alle sind durch große Täler gewandert und allein der Glaube hat viele ans Ziel gebracht. Eine bestimmte Leidensfähigkeit ist bestimmt für jede Zielsetzung notwendig. Doch ist es schön zu wissen, dass alle an diesem Punkt standen und es heute Konzepte gibt aus diesen Tälern schneller auf die Berge zu gelangen.

Also fangt besser an zu glauben, dass etwas Besonderes in euch steckt. Es muss nur geweckt werden.

 

Wie hole ich mehr aus meiner täglichen Übungsroutine raus?

Jeder der sich länger wie ein halbes Jahr mit einem Instrument beschäftigt kennt das Gefühl.

Irgendwie spiele ich immer wieder das Gleiche........

Irgendwie werde ich nicht wirklich besser.........

Das Solo werde ich nie spielen können, dann lerne ich halt noch den anderen Song....

 

Andere hingegen scheinen schneller weiter zu kommen. Was machen die bloß?

Was kann ich dagegen tun? Wie kann ich auch zu denen gehören die immer Fortschritte machen?

 

Die Antwort ist simpel und komplex zugleich.

Jeder Gitarrist erreicht früher oder später seine individuelle  "Komfortzone". Es ist dann in der Regel schwierig diese Komfortzone zu verlassen.

Genau aus diesem Grunde stagnieren sehr viele Gitarristen. Ein Bereich der einem zufliegt oder der einen besonders interessiert wird stark und kontinuierlich verbessert. Andere Bereiche die auf jeden Fall wissentlich Ihre Wichtigkeit haben und zum "großen Ganzen" sehr viel beitragen werden ignoriert oder stiefmütterlich behandelt.

Diese Bereich liegen nicht in der Komfortzone. Die Folge ist, dass die Gräben zwischen den einzelnen Bereichen immer tiefer werden, bis man sich Bereichen die außerhalb seiner Komfortzone befinden gar nicht mehr zuwendet.

Du kennst folgende Situation.

"Wow, der spielt ne tolle Rhythmusgitarre, ist total auf dem Punkt, spielt abgedrehte Takte usw. ich habe Ihn aber noch nie ein Solo spielen hören....."....Treffer. Er spielt keine Leads obwohl ein einfaches Solo viel simpler ist als eine komplizierte Rhythmusfolge die er spielt.

Dies ist nur ein anschauliches Beispiel.

 

Wie schaffe ich es diese Komfortzone zu verlassen?

 

Beachte diese Grundregeln:

1.) Sei ehrlich zu Dir selbst. Erkenne klar in welchen Bereichen du Defizite hast und auf welchem Level du dort bist. Versuche alle Facetten des Gitarrenspiels zu beleuchten.

2.) Definiere Ziele in welchem Bereich du was in welchem Zeitraum erreichen willst?

3.) Definiere klare Übungsinhalte für jeden einzelnen Bereich (am Besten mit deinem Lehrer!)

4.) Kenne den Unterschied zwischen Instrument üben und Instrument spielen. Stelle einen klaren täglichen bzw. wöchentlichen "Übungsplan" auf.

5.) Dokumentiere deine Fortschritte

 

Wenn du diese Regeln konsequent befolgst wirst du deinen "Horizont" erweitern und erkennen, dass man Ziele welche du verfolgst in einen Plan runterbrechen und abarbeiten kann.

Klingt im ersten Schritt ein wenig trocken, ist es aber in keinster Weise.  Die Früchte die du erntest schmecken wunderbar und zaubern Dir das Lächeln ins Gesicht.

Außerdem motivieren die gemessenen Fortschritte und das langsame adaptieren der sich angeeigneten Bereiche im allgemeinen Spiel.

Ein guter Lehrer hilft Dir nicht nur mit der Erstellung des Übungsplanes, sondern auch insbesondere damit diese Inhalte in dein Spiel zu integrieren.

Effektiv zu üben trennt die Spreu vom Weizen. Mach das Beste daraus.

 

 

Was hat Einstellung mit Gitarre lernen zu tun?

Ein Frage die man sich auf jeden Fall stellen sollte. Meiner Meinung nach ne ganze Menge. Ich würde sogar soweit gehen zu sagen, dass beim Erlernen eines Instruments 95% Einstellung und Kopfsache sind.

Es gibt Menschen die dies von Hause aus mitbringen. Seltsamerweise sind diese Menschen immer und in allem gut in dem was Sie tun. Diese Menschen haben den Willen, das Durchhaltevermögen, den Glauben an sich selbst und die Vorstellungskraft an welchem Punkt Sie in welchem Zeitraum stehen.

Wie reagiert mein Kopf und wie funktioniert meine Einstellung zu einer Sache. Warum ist dies gerade beim Erlernen eines Instrumentes so wichtig? Ganz einfach, weil es ein langer Prozess ist der viele Hindernisse für einen bereit hält. Frustration ist ein temporärer Zustand der im Laufe eines Lernprozesses immer mal und immer wieder unterschiedlich lange und unterschiedlich stark auftritt. Darauf sollte man sich einstellen. Ich kenne diesen Zustand wie jeder andere auch sehr gut und werde Ihn noch häufig erleben. Das schöne ist, dass wenn man darauf vorbereitet ist man viel besser damit umgehen kann. Ein ganz wesentlicher Punkt meiner Lehrphilosophie ist deswegen nicht nur die Inhalte des Gitarrenspiels zu vermitteln sondern auch ein Begleiter und Trainer für mentale Stärke zu sein.